Geschichtliches zur Bahn „Kaiser Friedrich II.“

WELTWUNDER ODER ANTICHRIST – KAISER FRIEDRICH II. (1194 - 1250) 
Es ist sehr schwierig, diesen faszinierenden, facettenreichen Herrscher in wenigen Sätzen zu beschreiben. Zu seiner Zeit wurde er als „Antichrist“, als „Sohn des Teufels“, als „König der Pestilenz“ beschimpft. Für andere war er der „Messias“, der „Erneuerer der Zeiten“. Der Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt erkannte in ihm im 19.Jhdt gar den „ersten modernen Menschen auf dem Herrscherthron“. Friedrich Nietzsche bezeichnete ihn als genialen „ersten Europäer“. Vor acht Jahrhunderten war er der mächtigste Herrscher Mitteleuropas: 1198 Krönung zum König von Sizilien, 1215 Krönung zum deutschen König, 1220 Kaiserkrönung in Rom und 1239 Selbstkrönung zum König von Jerusalem. Hinter diesen Ereignissen standen die von seinen Vorgängern übernommenen Konflikte mit den Welfen, mit den deutschen Fürsten, mit den oberitalienschen Städten und vor allem mit dem Papst. Als er vom Papst mit dem Kirchenbann belegt wurde, brach er zu einem Kreuzzug ins Heilige Land auf (1229). Neben diesen machtpolitischen Entscheidungen war Friedrich eben auch „Wegbereiter in die Moderne“. Friedrich wird am 2. Weihnachtsfeiertag 1194 in Jesi/Mittelitalien geboren. Jesi ist heute die Partnerstadt von Waiblingen. Mit knapp drei Jahren ist er Vollwaise. Der aufgeweckte Knabe hatte gute, auch mohammedanische Gelehrte. Er las alles, was er bekommen konnte. Er beherrschte die griechische, lateinische und arabische Sprache und er sprach das sizilianische Volgare, dazu Italienisch und Französisch. Die deutsche Sprache beherrschte er eher mäßig. Er war aufgeschlossen für die Religionen, für Philosophie, Mathematik, Natur- und Rechtswissenschaften und vor allem für die Architektur. Bekannt sind die zahlreichen Castelle in Sizilien und Unteritalien (z.B. Castel del Monte), sowie wunderbare Kirchen und Paläste. Bekannt ist sicherlich auch sein wissenschaftliches Buch über „Die Jagd mit Falken“. Diese knappen Hinweise müssen reichen. Kaiser Friedrich II. starb am 13.12.1250 in Fiorentino in Apulien. Bestattet ist er in einem prächtigen Porphyr-Sarkophag unter einem Baldachin im Dom zu Palermo neben den Sarkophagen seiner Eltern. Nach Friedrich II. folgte der tiefe Absturz und das Ende der Stauferdynastie. 1268 wurde der letzte Staufer, der erst sechzehnjährige Konradin öffentlich durch Karl von Anjou in Neapel hingerichtet. 

(Text: Manfred Klotzbücher)